Die Großen

Poeten der ostdeutschen Fotografie verlassen die Bühne (I.)

Da bekommt ein Moment Bedeutung über seine Zeit hinaus.
(Arno Fischer)

Bereits am 13. September 2011 verstarb der herausragende Fotograf Arno Fischer im Alter von 84 Jahren.

Fotografisch festgehalten hat er in den 50ern oftmals stille Momente, Randnotitzen des Alltäglichen in West- und Ost-Berlin.
Vielleicht als der internationalste aller ostdeutschen Fotografen reiste und fotografierte er u.a. in Polen, in Indien, in Leningrad und Moskau, in New-York, in Washington, in London, in Paris.
Er pflegte Kontakte zu den bekanntesten Fotografen dieser Zeit-  Henri Cartier-Bresson, Robert FrankHelmut Newton, Joseph Koudelka.
Maßgeblich prägte er mit seinen Fotografien den Charakter des Kultur-und  Modemagazins „Sibylle“ mit.
An der Hochschule für Graphik und Buchkunst in Leipzig unterrichtete er in Fotografie. In Dortmund, an der Fachhochschule lehrte er Bildjournalismus.

Im vergangenen Jahr, am 1. November 2010 verstarb seine Frau, die deutsche Fotografin Sibylle Bergemann.
Zusammen lebten sie in Gransee bei Berlin.

Über drei Jahrzehnte ließ er sich  auf dem gemeinsamen Wohnsitz von der Umgebung inspirieren. Mit einer Polaroid SX-70 erfasste er die Emotionen des Leblosen und Vergänglichen und schuf damit ein grandioses Alterswerk- zusammengefasst in dem phantastischen Buch „Der Garten„.

Sein Garten, der die Überbleibsel des Menschen beim Verlassen der Bühne ins Licht holt ist die illusionslose Bestandsaufnahme: nach dem Leben, nach dem Sterben, nachmittags.
(Th. Martin, -Fotografieren heißt sterben lernen-, ifa-Katalog, Arno Fischer-Retrospective)

Ein Gespräch auf Deutschlandradio Kultur:
Unterschätzte Meister“ Zum Tod des Fotografen Arno Fischer
Ulf Erdmann-Ziegler im Gespräch mit Rainer Berthold Schossig

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Über Marcus-Andreas Mohr

Fotograf & Mediengestalter aus Halle
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