ORWO NP20 80ASA

ist die Bezeichnung des Schwarzweiss-Negativfilms, mit dem ich einiges durchhabe.

Angefangen hat die Geschichte damit, dass ich allerlei Fotokram aus einer Haushaltsauflösung in die Haende bekam. Neben einer alten Spiegelreflexkamera und diversen Kleinteilen zur Negativentwicklung enthielt das Konvolut auch sechs Packungen o. g. originalverpackter S/W-Negativfilme aus DDR-Produktion. Auf den Packungen war als eingestanzte Zahlenkombination das Datum 1988 lesbar. Ich vermute, es ist entweder das Produktionsjahr der Filme- eher aber die Angabe zum spaetesten Verbrauch des Materials! So haetten die Filme laut Hersteller also vor 26 Jahren belichtet und entwickelt werden muessen!

Belichtet habe ich den Film schlussendlich in einer Kodak Retina Reflex S, einer Kleinbild-SLR aus dem Jahre 1954. Der Film ist mit 80ASA nicht gerade lichtempfindlich(st)! Da ich schnell zur Sache kommen und Kamera und Film sofort probieren wollte, d.h. in Innenraeumen fotografieren musste, habe ich den Film wie 800ASA (unter)belichtet, um ihn spaeter entsprechend forciert entwickeln zu lassen. Soweit, so gut- als Motive mussten die Personen meiner noeheren Umgebung herhalten- also meine Familie! Als ich 36 Aufnahmen gemacht hatte, musste ich den Film in der Kamera manuell zurueckspulen. Da das Spulen spuerbar (zu) einfach ging vermutete ich, dass mir der Film beim Aufziehen der letzten Aufnahme wahrscheinlich aus der Filmpatrone gerissen wurde! Also begab ich mich vorsichtigerweise ins Gaeste-WC (waere im uebrigen eine ideale „Dunkelkammer“), um den Film dort im Dunkeln der Kamera zu entnehmen. Ich lag mit meiner Vermutung richtig- der Film war aus der Patrone gerissen. Nun versuchte ich, sozusagen blind, den Film wieder in die Filmpatrone zurueckzuschieben. Das gelang mir mit gerade mal ca. 20 cm- sinnlos! Dabei musste der Film einiges an manuellen Strapazen wegstecken (inkl. feuchter Finger). Letztendlich habe ich den Film eng aufgerollt und in eine lichtdichte Filmpatronen-Dose gesteckt und mit allen Hinweisen (Film ist offen in der Dose, Film 80ASA ist belichtet wie 800ASA…) versehen ins Labor geschickt.

Den entwickelten Film bekam ich mit dem Hinweis zurueck, dass kein weiterer Service (Abzuege, Scanns) damit moeglich sei, da der Film kaum belichtet waere. Ich sah allerdings schon beim ersten Betrachten gegen das Licht die Durchzeichnung und konnte teilweise sogar die Motive erkennen. Also habe ich meinen alten Durchlichtscanner aktiviert und die Negative gescannt. Einige Ergebnisse sind hier zu sehen- im wesentlichen die Arbeit der Scannsoftware. Ich habe an den Bildern nichts weiter gemacht- außer ein paar grobe Punkte weggestempelt und den Kontrast etwas nachgeregelt.

Ich bin fasziniert.

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Über Marcus-Andreas Mohr

Fotograf & Mediengestalter aus Halle

2 Kommentare

  1. Beautiful series, congrats.

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